Was ist ein Paukenerguss?
Ein Paukenerguss (medizinisch: Otitis media mit Erguss) ist eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr, also hinter dem Trommelfell, ohne typische Zeichen einer akuten bakteriellen Entzündung. Ursache ist meist eine Belüftungsstörung der Ohrtrompete (Tuba auditiva), wodurch sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammelt. Ein Paukenerguss tritt besonders häufig bei Kindern auf, kann jedoch auch Erwachsene betreffen, etwa im Zusammenhang mit Infekten der oberen Atemwege, Allergien, nach Druckveränderungen oder bei anatomischen Engstellen im Nasen-Rachen-Raum. Ihr HNO-Kassenarzt kann dies mittels Endoskopie untersuchen.
Kann ich mit Paukenerguss fliegen?
Ob Fliegen mit Paukenerguss ratsam ist, hängt von der individuellen Situation Ihrer Ohren ab. Bei einem milden Paukenerguss ohne starke Symptome ist Fliegen unter Umständen möglich, wenn die Druckverhältnisse im Ohr halbwegs ausgeglichen werden können. Besteht jedoch eine ausgeprägte Mittelohrentzündung, starke Schmerzen oder ein erheblicher Erguss, ist eine Flugreise nicht zu empfehlen. Entscheidend ist die Fähigkeit zum Druckausgleich, die bei einem Paukenerguss beeinträchtigt sein kann.
Risiken beim Fliegen mit Paukenerguss
Bei einem Paukenerguss kann die rasche Druckänderung im Flugzeugstart und bei der Landung zu verstärkten Ohrenschmerzen führen, weil das Trommelfell stärker belastet wird. In seltenen Fällen kann es sogar zu einer Trommelfellperforation kommen, insbesondere wenn bereits ein vorgeschädigtes Trommelfell vorliegt. Darüber hinaus kann sich der Heilungsverlauf verlängern, wenn das Mittelohr durch den Druckwechsel zusätzlich gereizt wird.
Tipps zur Vorbereitung
Abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen können helfen, die Nasen- und Rachenschleimhäute vor dem Start und vor der Landung abschwellen zu lassen. Dadurch verbessert sich die Belüftung der Ohrtrompete und der Druckausgleich funktioniert oft besser.
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält die Schleimhäute feucht, was einen positiven Einfluss auf den Druckausgleich haben kann.
Kauen, Gähnen und Schlucken dienen während Start und Landung als natürliche Hilfsmittel. Wer Kaugummi kaut oder bewusst schluckt, unterstützt den Druckausgleich im Mittelohr.
Spezieller Gehörschutz für Flugreisen kann den Druckanstieg oder -abfall im Ohr verlangsamen und so Schmerzen vorbeugen.
Ein Besuch beim HNO-Arzt vor einer Flugreise schafft Klarheit über die individuelle Situation. Gegebenenfalls kann der Hals Nasen Ohren Facharzt Medikamente verordnen oder weitere Tipps geben.
Medizinische Hilfsmittel
Ein Druckausgleichsballon (z. B. Otovent) ist eine einfache Möglichkeit, das Mittelohr zu belüften. Beim Aufblasen über ein Nasenstück entsteht ein leichter Überdruck, der hilft, das Ohr zu „entlüften“. Bei starken Ohrenschmerzen können Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol vom Arzt empfohlen werden. Inhalationen mit Kochsalzlösung oder milden Zusätzen (z. B. Eukalyptus) befeuchten die Schleimhäute und erleichtern das Abschwellen.
Fliegen mit Paukenerguss – Fazit
Fliegen mit Paukenerguss birgt bestimmte Risiken, da ein gestörter Druckausgleich zu schmerzhaften oder sogar gefährlichen Situationen im Ohr führen kann. Mit sorgfältiger Vorbereitung, etwa dem Einsatz von abschwellenden Sprays, speziellem Gehörschutz und den richtigen Druckausgleichsübungen, lässt sich das Risiko häufig minimieren. Im Zweifelsfall ist ein ärztliches Gespräch dringend anzuraten, um das persönliche Risiko professionell einschätzen zu lassen.